Die erste Dokumentation über Crowdfunding “Capital C – how the crowd liberates itself”
Was haben die Projekte „Capital C – how the crowd liberates itself“, die Facebook-Alternative „Diaspora“, „Stromberg – Der Film“ oder auch der Wahlerfolg 2008 von Barack Obama gemeinsam? Sie wurden alle teils oder zur Gänze mithilfe von Crowdfunding finanziert.
Crowdfunding ist ein Geschäftsmodell, das sich seit 2011 auch in Deutschland etabliert hat. Seither wurden dort mittels crowdfunding laut Crowdfunding-Monitor bereits 275 Projekte erfolgreich unterstützt.
Crowdsourcing und Crowdfunding
Julia Kaltenbeck erläutert den Begriff Crowdfunding in ihrem Masterprojekt “Crowdfunding und Social Payments – im Anwendungskontext von
Open Educational Resources” wie folgt:
“Crowdfunding ist eine spezielle Erscheinungsform von Crowdsourcing und beiden ist gemein, dass sie die Masse bzw. Menschenansammlungen (crowd), bestehend aus vielen Freiwilligen als Quelle (engl. source) nutzen um entsprechende Wertschöpfung zu generieren.“
ArtistShare
Crowdfunding mittels Social Media, auch Schwarmfinanzierung gennant, ist ca. im Jahr 2000 in den USA entstanden als die erste Crowdfunding-Plattform „ArtistShare“ von Brian Camelio gegründet wurde. Der Musiker sieht seine Plattform als eine Antwort auf den verzweifelten Versuch der Musikindustrie wieder ins Geschäft zu kommen. „ArtistShare“ will Musik- und andere Künstler, die eine Idee für ein neues Projekt haben und den Willen dieses umzusetzen, unterstützen damit sie ihr Projekt verwirklichen können. Das Ganze soll über Crowdfunding passieren. Das heißt ein Künstler stellt mit der Hilfe von “ArtistShare” sein Projekt online und präsentiert es so der Öffentlichkeit. Danach kann jeder der sich für das Projekt begeistert zum Unterstützer werden.
Die Unterstützer oder die Crowd finanzieren somit das Projekt über ihre Spenden und können gleichzeitig am kreativen Prozess der Künstler teilnehmen. Denn je nach Höhe ihrer Spende erhalten sie Zugang zu Videos, Musik oder Berichte der Künstler während des Prozesses der Projektentwicklung oder auch persönliche Treffen mit und Auftritte von den Künstlern als Gegenleistung für ihre finanzielle Unterstützung.
Nach „ArtistShare“ wurden immer mehr Plattformen gegründet: Sellaband (2006), SliceThePie (2007), IndieGoGo (2008), Spot.Us (2008), Pledge Music (2009), Kickstarter (2009). Ab 2011 gingen die ersten Crowdfunding-Websites in Deutschland online: Inkubato, mySherpas, pling, startnext und visionbakery.
Kickstarter
Kickstarter, die zurzeit erfolgreichste Crowdfunding-Plattform in den USA, basiert auf einem ähnlichen Prinzip wie ArtistShare, jedoch ist das Zustandekommen des Projekts von Anfang an ungewiss. Der Grund dafür ist, dass es eine Zielsumme gibt, die erreicht werden muss, damit das Projekt umgesetzt wird. Falls diese Summe in der gesteckten Zeit (die minimal 1 Tag und maximal 60 Tage betragen darf) nicht erreicht wird, dann kommen die bereits zugesichterten Spenden nicht bei den Initiatoren an und werden nicht ausbezahlt und bleiben bei den Spendern.
Seit 2009 haben sich auf Kickstarter 20.000 Projekte erfolgreich finanziert und rund 1,8 Millionen Menschen haben aktiv mit ihren Spenden Projekte unterstützt. Insgesamt wurden auf der Plattform seither 200 Millionen US $ für Crowdfunding Projekte gesammelt. Die Plattform hat ihren Fokus auf kreative Projekte mit Künstlern, Filmemachern, Musikern, Designern, Autoren, Illustratoren, Forschern, Kuratoren oder Performern.
Links:
cofunding.de | co: funding – Crowdfunding Konferenz am 4.Mai in Berlin
fuer-gruender.de | Crowdfounding Monitor
Weitere Quellen:
Gordon, Steve: The Future of the Music Business: How to Succeed with the New Digital Technologies : a Guide for Artists and Entrepreneurs. San Francisco: Backbeat Books. 2005.
Kaltenbeck, Julia: Crowdfunding und Social Payments. Graz: epubli. 2011.

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