Dank einem Fehler in Google Maps marschiert das Militär in Costa Rica ein

Google (Foto: dANCE-pHOTOS.de / pixelio.de)

Ein nicaraguanischer Militärkommandeur ist wegen einer falsch eingezeichneter Grenze auf Google Maps versehentlich in Costa Rica einmarschiert. Nach dem Übertritt der Grenze von Nicaragua und Costa Rica in der Nähe vom Fluss San José  ließ der Kommandeur, Eden Pastora,  die dortige Landesflagge abhängen und die eigene Flagge hissen. Die Truppen campierten auf der Insel Calero und lagerten den Abfall einer Flussreinigung auf fremdem Staatsgebiet.

Die Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla, reagierte empört auf das vordringen der Truppen auf Costa Ricas Gebiet. Sie verurteilte die Grenzüberschreitung und warf den Truppen Nicaraguas den Bruch eines Grenzabkommens vor, dass im 19. Jahrhundert beschlossen wurde. Nicht desto trotz hat die Präsidentin die Bevölkerung Costa Ricas aufgefordert sich nicht von Nicaraguas Truppen provozieren zu lassen.

Laut der größten Tageszeitung  Costa Ricas, La Nación entschuldigte sich der Militärkommandeur Pastora für den unerlaubten Grenzübertritt und gab Google Maps die Schuld dafür. Der Grenzverlauf sei auf der Karte verkehrt eingezeichnet. In den offinziellen Karten der Länder sind die Grenzen allerdings richtig eingetragen, so hätte der Kommandeur die Google Maps gar nicht verwenden müssen und eigentlich auch nicht dürfen.

Google aüßerte sich kurz darauf zu dem Vorfall und rechtfertigte sich mit dem Argument, dass die meisten Daten von Google Maps von Drittanbietern stammen und von ihnen nur aufgekauft werden. Bei der Überprüfung der Daten, kam es zur einer Fehlinterpretation und der Verlauf wich um 2,7 Kilometer von der tatsächlichen Grenze ab. Im Endeffekt soll der Anbieter der Kartendaten US Department of State schuld an dem ganzen Schlamassel gewesen sein.

“Wir haben das Unternehmen informiert, die Karte zu berichtigen” gab Costa Ricas stellvertretender Aussenminister an.

Eine Sprecherin von Google hat schon im Frühsommer angekündigt, dass die Grenzzeichnungen in über 60 Regionen demnächst überprüft und angepasst werden.

Unerlaubte Grenzübertritte aufgrund angeblich falscher Karten kommen immer häufiger vor. So hat sich auch die British Navi auf unerlaubte iranische Gewässer begeben, weil das GPS nicht richtig funktioniert haben soll. Auch der Einmarsch des schweizer Militär in Lichtenstein im März 2007 wird damit rechtfertigt, dass es sich bei einer Übung aufgrund von Schlechtwetter im dunkeln verlaufen hat. Lichtenstein nahm es jedoch gelassen. Kambodscha dagegen reagierte mit den Worten “Professionell unverantwortlich”, als es herausfand, dass seine Grenze zu Tailand falsch eingezeichnet war.

Es bleibt zu hoffen, dass Google alle Fehler schnellstmöglich  korrigieren wird und die gekauften Daten in Zukunft besser überprüft werden damit Konflikte erst gar nicht entstehen können.

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