Diaspora*: Was taugt das Open Source Social Network?

Foto by Henrik Molke (Flickr), Lizenz: CC BY 2.0

Mit Werbefreiheit und intensivem Schutz der Privatsphäre will sich Diaspora* von seiner Konkurrenz abheben. Direkte Nachrichten, Fotouploads und Statusupdates kombiniert mit Twitters Hashtags und Facebooks Like-Button ermöglichen eine bekannte, aber dennoch irgendwie neue Art der Nutzerinteraktion. Das Konzept von Diaspora klingt recht vielversprechend, aber was steckt wirklich dahinter?

Was ist Diaspora*?

Das soziale Onlinenetzwerk Diaspora* (der Stern steht symbolisch für eine Pusteblume) wurde Anfang 2010 von vier Informatikstudenten der New Yorker Universität gegründet. „Hinter Diaspora steht die Idee eines privatsphärefreundlichen, quelloffenen sozialen Netzwerks“, so der deutsche Diaspora-Sprecher Falko Kraft zur Zeit. Diaspora* ist eine werbefreie Non-Profit-Organisation und finanziert sich rein über Spenden. Diaspora* ist als dezentrales Netzwerk organisiert, d.h. die Daten werden auf mehreren Servern (sogenannte Pods) gelagert. Man kann einen eigenen Pod erstellen oder über einen vorhandenen Pod einsteigen.

Eine Liste aller verfügbaren Pods findet man hier. Die verschiedenen Pods bilden zusammen das Diaspora*-Netzwerk. Nach einer einjährigen Alpha-Phase, ist Diaspora* nun als öffentliche  Betaversion für jeden zugänglich.

Vorteile

Diaspora* verfügt über die klassischen Kommunikationsfunktionen sozialer Onlinenetzwerke. Auch die von Twitter bekannten Hashtags sind integriert. User können bestimmten Themen mithilfe von Hashtags folgen und jeweilige Beiträge im Newsstream anzeigen lassen. Vor allem weniger bekannte Medien bzw. Special-Interest-Medien können so leichter gefunden werden. Zusätzlich können Beiträge auch für gesamte Diasporacommunity gepostet werden.

Der Newsstream kann nach veröffentlichten oder kommentierten Beiträgen sortiert werden. Als Journalist erfährt man so schnell, was die Community besonders interessiert und worüber diskutiert wird. Der Diaspora*-Account kann mit Twitter, Facebook und Tumblr verbunden werden, gleichzeitiges Posten auf allen vier Plattformen ist möglich. Bezüglich Posts und Kommentare gibt es keine Beschränkungen – ein „Mehr zeigen“-Button sorgt für Übersichtlichkeit im Newsstream. Posts können im kleinen Rahmen formatiert werden (z.B. fett oder kursiv).

Nachteile

Ein Share-Button, der auf Webseiten oder Blogs integriert wird und bestimmte Webinhalte bei Diaspora* postet, ist zwar vorhanden, bisher aber wenig verbreitet. Eine „Places“-Funktion wie bei Facebook gibt es bisher nicht. Größtes Manko ist die zurzeit eher bescheidene Communitygröße – Diaspora* ist in Punkto Nutzerzahlen seinen Konkurrenten weit hinterher (z.B. Facebook über 800 Mio. Nutzer, Google+ über 40 Mio. Nutzer). Diaspora* zählt zwischen 325.904 und 521.466 Nutzer (Stand 22.11.2011). Exakte Nutzerzahlen lassen sich bei dezentralen Netzwerken schwer feststellen, ungefähre Zahlen findet man aber laufend hier.

Fazit

Obwohl die Community relativ klein ist, sprechen die Interaktionsmöglichkeiten für sich. Hashtags und das Posten für die gesamte Community sind auf jeden Fall nützliche Tools für Journalisten. Nutzer müssen dem jeweiligen Medium nicht erst folgen oder mit ihm befreundet sein um für sie interessante Beiträge zu finden. Eine erste Schwelle wird so automatisch überwunden. Ich kann Diaspora* daher jedem, nicht nur Journalisten, ans Herz legen.

Quellen

blog.dsiw-it.de | „Diaspora* – Das dezentralisierte soziale Netzwerk für die Zukunft!“

freitag.de | „Diaspora geht in die Beta-Phase und braucht Solidarität“

internetworld.com | „Diaspora bald in der Betaphase – Anti-Facebook für alle“

zeit.de | „Diaspora startet für alle offene Betaphase“

Weiterführende Links

YouTube | „Diaspora* Next Online Revolution“ (erklärt die Unterschiede in der Funktionsweise von Facebook und Diaspora*)

YouTube | „Facebook 2.0 – Das Diaspora-Projekt“ (erklärt die Funktionsweise von Diaspora)

We Are Spored Wiki | Deutschsprachiges Diaspora*-Wiki

Git Hub | Liste mit allen Diaspora*-Updates

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