Die Social Media Analyse im Journalismus

CC by Widjaya Ivan (flickr: ivanpw)

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahrzehnten werden die Wünsche der Kunden was Produkte, Dienstleistungen etc. angeht, immer spezifischer und individueller. Das erklärt die stetige Zunahme an Strategien, um diese Wünsche zu messen – die Marktforschung. Gleichzeitig sind facebook, Foren und co. ganz stark im Kommen, auch was den Austausch über Marken oder Produkte angeht. Daher ist es nur logisch, dass inzwischen auch die Beträge im Social Media benutzt werden, um Stimmungen, Bekanntheiten von Marken etc. zu untersuchen. Dieser Vorgang wird Social Media Analyse genannt.

Die Social Media Analyse

Ziel dieser Art von Analyse ist es, die Eigenwahrnehmung des Unternehmens mit der Fremdwahrnehmung zu vergleichen. Die Social Media Analyse geht quantitativ und/oder qualitativ vor und untersucht Texte. Diese Texte können auf den Fanseiten von Unternehmen oder Marken auf facebook gepostet oder aber auch in unterschiedlichsten Foren veröffentlicht werden. Je nachdem, was das Ziel der Untersuchung sein soll, werden verschiedene Ansätze der Social Media Analyse verwendet: Bei der Frequenzanalyse steht alleine das Auszählen der Worthäufigkeiten zu einem Thema, Produkt oder Marke im Vordergrund. Die Valenzanalyse erfasst zudem noch, ob die Nennungen positiv oder negativ konnotiert sind und gibt somit bereits einen Einblick über die Stimmung. Und die Intensitätsanalyse befasst sich darüberhinaus noch mit der Intensität der Bewertungen.

Nun wird die Social Media Analyse meist auf Unternehmen bezogen, die Ihre Bekanntheit und Einstellung der Kunden erfahren möchten. Aber man kann diese Art der Marktforschung auch auf den Bereich des Journalismus anwenden?

Die Social Media Analyse im Journalismus

Beispielsweise ist Twitter neben seinem Dasein als Social Media Plattform auch eines der schnellsten Informations- und Nachrichtenmedien der Welt. Journalisten können also Soziale Medien zur eigenen Recherche benutzen und Nachrichten-Trends und sich somit auf die Interessen der potentiellen Leser einstellen. Ökonomisch ist das sinnvoll. Laut einer Studie der ikp stünden für Journalisten (rund 80% der Journalisten sind in Sozialen Medien vertreten) bei der Nutzung von Social Media nach der Erweiterung des beruflichen Netzwerkes die Recherche und Themenfindung an zweiter und dritter Stelle. Besonders in den Vordergrund rückt der Vorteil der zeitnahen, „Live“-Berichterstattung, die besonders durch Twitter angekurbelt wird. Die Social Media Analyse wird in dem wachsenden Wirr-Warr an Information helfen, die relevanten und interessanten herauszufiltern und das Thema somit zeitnah weiter zu bearbeiten, recherchieren, veröffentlichen.

Abschließend kann man sagen, dass die Technik hinter der Social Media Analyse bei weitem noch nicht ausgereift ist. Dennoch gibt es bereits einige Tools, die angeboten werden und je nach Interesse besser oder schlechter geeignet sind. Da davon auszugehen ist, dass die Social Media Plattformen weiter wachsen und auch immer mehr Relevanz zugeschrieben bekommen, wird die Social Media Analyse sowohl im Bereich der Marktforschung, als auch für den Journalismus immer mehr Bedeutung erhalten.