Der Begriff ‘Copyright’ kommt aus dem angloamerikanischen Rechtssystem. Er wird oft mit dem deutschen ‘Urheberrecht’ gleichgesetzt, was jedoch nur begrenzt möglich ist. Das ‘Copyright’ schützt zwar geistiges Eigentum, jedoch betont es den ökonomischen Aspekt und wird vor allem dazu verwendet, um wirtschaftliche Investitionen zu schützen. Das kann dazu führen, dass Verwertungsrechte meist nicht beim Urheber eines Werkes liegen, sondern bei dessen wirtschaftlichen Rechteverwertern, zB. einem Verlag. Dem Urheber bleibt nur ein Vetorecht, mit dem er die Verwendung und Verwertung seines geistigen Eigentums nur bedingt beeinflussen kann.
Im kontinentaleuropäischen Recht wird im Gegensatz dazu zwischen Urheberrecht und Verwertungsrecht unterschieden. Das Urheberrecht bezeichnet den Schutz des geistigen Eigentums in materieller und ideeller Hinsicht. Es bezieht sich auf die Tatsache, dass ein Autor, Musiker usw. ein Werk selbst geschaffen hat. Die Tatsache, dass eine Person X ein Werk geschaffen hat, lässt sich rechtlich nicht abändern oder verkaufen. Ein Künstler kann nicht das Urheberrecht, aber sehr wohl das Verwertungsrecht an andere (zB. Verlage) abtreten.
In den letzten Jahren hat sich die Medienlandschaft grundsätzlich verändert. Durch das Internet wird eine Unmenge an Daten (zB Texte, Bilder, Videos) öffentlich verfügbar gemacht. Technische Möglichkeiten der Vervielfältigung sind auch Laien problemlos zugänglich. Einerseits betreffen diese Neuerungen Firmen, die sich bisher Verwertungsrechte zunutze gemacht haben, z.B. Verlage, andererseits sind auch Privatpersonen betroffen, die im Web 2.0 aktiv sind (Bilder hochladen, Blogeinträge verfassen,…).
Als Reaktion auf diese Neuerung wurden – als Ergänzung zum bisherigen Urheber- und Verwertungsrecht – ‘Creative Commons Lizenzen’ geschaffen. Durch diese Lizenzen werden anderen Internetusern auf unkomplizierte Weise Nutzungsrechte an verschiedenen Werken (z.B. Bildern oder Texten) übertragen. Creative Commons Lizenzen gibt es in verschiedenen Abstufungen, der Urheber kann die für ihn passende wählen.
Wie kann man geistiges Eigentum definieren?
Dieser Begriff bezieht sich auf ‘Schöpfungen des Geistes’. Dazu gehören unter anderem Erfindungen, Literatur, Bilder und Designs, Symbole, Logos und Namen. ‘Schöpfung’ bezieht sich auf einen kreativen Akt, bei dem etwas Neues geschaffen wurde. Zwischen einem Plagiat und der Nachahmung oder der Miteinbeziehung von etwas Vorhandenem verläuft jedoch ein schmaler Grat. Einerseits gibt es das Prinzip der Nachahmungsfreiheit. Dieses besagt, dass Fortschritt nur möglich ist, wenn schon Bestehendes weiterentwickelt wird bzw. als Inspiration das neue Produkt beeinflusst. In der Literatur wird dieses Prinzip auch ‘Intertextualität’ genannt. Andererseits muss zwischen Nachahmung und Plagiat unterschieden werden.
Ist ein Copyright in einer Welt der Gratisdienste notwendig?
Wenn eine Firma oder eine Person beschließt, z.B. ein Computerprogramm anderen Personen gratis zur Verfügung zu stellen, kann angenommen werden, das ihnen daraus ein Nutzen entsteht. Eine Firma kann ein Programm z.B. zu Werbezwecken gratis vergeben, um so ihren Kundenstock zu erweitern. Oft wird auch um eine freiwillige Spende als Gegenleistung gebeten.
Wenn nun ein Dritter dieses Programm verwendet, um einen finanziellen Gewinn daraus zu erziehlen, etwa indem er das Programm einer anderen Person unter seinem Namen und zur eigenen Bereicherung verkauft, schädigt er die Interessen des Urhebers und missbraucht sein Produkt. Deshalb hat das Copyright auch bei Gratisdiensten einen Sinn.
Creative Commons geben auch privaten Nutzern auf unkompliziert Weise die Möglichkeit, auch kleine Werke, wie z.B. Fotos oder Blogeinträge einerseits vor Missbrauch zu schützen, aber andererseits ihre Verbreitung zu fördern.
Quellen:
http://www.geistiges-eigentum.eu/definition_geistiges_eigentum.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Copyright
http://bastelameise.siteboard.de/bastelameise-post-367.html
http://www.infosys.tuwien.ac.at/teaching/courses/184118/tuswschutz.pdf
http://www.infogenossenschaft.it/note_legali_d.aspx
http://cspecht.wordpress.com/2010/04/06/was-bedeutet-copyright-denn-nun/
http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons
http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/
https://forum.piratenpartei.at/viewtopic.php?f=81&t=4355&start=0


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