Google entlässt +1 in die Onlinewelt

Foto von Flickr halilgokdal, Lizenz:CC BY-NC-SA 2.0

Nach den bescheidenen Erfolg von Google Buzz hat Google nun +1 in den Kampf um die Vorherrschaft im Web geschickt. Diese Kombination  aus Social-Bookmarking und dem „Gefällt Mir“-Button soll die Weitergabe interessanter Links vereinfachen und Suchergebnisse personalisieren. Seit einigen Stunden ist +1 nun auf den ersten Webseiten integriert. Der “Gefällt Mir”-Button könnte einen Konkurrenten mit Potenzial bekommen – doch der Weg dorthin ist mit manchen Hürden konfrontiert.

Die Onlinecommunity hat sich dank Facebook schon längst an die Funktionsweise von Empfehlungsbuttons – der „Gefällt Mir“-Button ist heute nicht mehr wegzudenken. Nun steigt auch Google ins Boot: Mit +1 sollen eingeloggte Google-User Onlineinhalte anderen empfehlen oder sich selbst merken können.

Wie funktioniert +1 ?

+1 kann grob gesagt als Kombination von Social-Bookmarking und dem „Gefällt Mir“-Button von Facebook gesehen werden. Möchte ein Google-User eine bestimmte Webseite für andere Nutzer empfehlen oder sich selbst merken, klickt er/sie auf den „+1“-Button. Diese „+1“-Klicks werden dann im Google-Profil gespeichert und können von anderen Nutzern über das jeweilige Profil angesehen werden. Zusätzlich beeinflusst +1 die Suchergebnisse der eingeloggten Google-User.

Derzeit nur für englische Suchanfragen

Der „+1“-Dienst kann derzeit nur für englische Suchanfrage über Google.com genutzt werden, soll aber zukünftig international anageboten werden. Wer nicht länger warten will, kann sich auch für einen Test-Account anmelden. Wie vor einigen Stunden im offiziellen Google-Blog bekannt gegeben wurde, kann +1 ab sofort auf allen Webseiten eingebunden werden. Ein Beispiel, wie so ein eingebundener +1-Button aussieht, findet man etwa bei TechCrunch.

Zukunftsaussichten mit Hürden

Bastian Karweg, Gründer des Social-Bookmarking-Dienstes folkd.com hat sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit dem Thema „Social Search“ auseinandergesetzt. Er fand heraus, dass individualisierte Suchergebnisse die Nutzer freundlicher stimmen. Karweg selbst sieht für Google aufgrund der ernormen Reichweite (GMail, YouTube etc.), der sehr guten Position in der Werbevermarktung und des Wachstums im mobilen Sektor (Android) gute Zukunftsaussichten.

Derzeit problematisch ist aber, dass Google das Netzwerk zur Verbreitung der „+1“-Empfehlungen fehlt. Ein „gelikter“ Link via „Gefällt Mir“-Button beispielsweise erscheint bei allen Facebook-Kontakten im Newsfeed und hat theoretisch eine hohe Reichweite. Ein mit +1 versehener Link hingegen, wird (derzeit) nur angezeigt, wenn man eine ähnliche Googlesuchanfrage tätigt oder aktiv auf das Profil des jeweiligen Nutzers surft.

Frederic Lardinios hat in einem Beitrag auf SiliconFilter die derzeitige Situation von +1 sehr passend beschrieben:

“The +1 button will be a greatnew signal for Google to improve its search results and add information to its Social Search feature, but for it to really take off, Google will have to syndicate these results to places where people really want to send them […] I doubt that there is a lot of traffic to anybody’s Google Profile today, so why would I feel inclined to add more content to it? Instead, when I send a recommendation to Facebook or Twitter, I know exactly where it goes and who sees it.”

Falls sich +1 wirklich etablieren kann, öffnet es vor allem für Onlinemedien neue Traffic-Perspektiven. Wenn sich Empfehlungsmöglichkeiten nicht mehr nur auf den „Gefällt Mir“-Button beschränken, steigt die potenzielle Reichweite – und eine größere Reichweite hat noch keinem Medium geschadet. Ob +1 nun tatsächlich von den Nutzern angenommen wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Klar ist, dass großes Potenzial dahinter steckt – schlussendlich entscheiden aber immer noch die Internetuser wie es mit +1 weitergeht.

Quellen:

Weiterführende Links:

Kommentar verfassen