Printmedien setzen neben ihrer Erscheinung am Papier auch auf Internetpräsenz; das ist im elektronischen Zeitalter nichts Neues. Sowohl Boulevard-, als auch Qualitätsmedien haben sich diesem Trend gebeugt und bieten ihren Content im World Wide Web für ihre Leserschaft an. Interessiert man sich für einen Artikel, dann wird erwartet, dass dessen Inhalt gratis angeboten wird – so war es bis jetzt bei den meisten Medienanbieter auch üblich. Gewöhnen sich Leser an solch ein Service, wird es schwer, ein Umdenken zu erwarten oder gar eine Bezahlung gegen Inhalte einzufordern. Wie lässt sich eine Balance zwischen free Content und mediales Überleben finden?
Und hier kommt das Freemium-Geschäftsmodell ins Spiel. Zusammengesetzt aus den zwei Begriffen Free (kostenlos) und Premium (kostenpflichtig) bedeutet das folgendes: Gratis schmökern erlaubt, häufige Nutzung jedoch nur gegen Bezahlung.
Experimentierfreudige US Zeitung: „New York Times“ setzt dem 15 Jahre-Nulltarif ein Ende
2011 setzte die „New York Times” auf das Freemium-Bezahlmodell. Hier wurde geachtet, dass kein kompletter Zahlungszwang besteht, sondern ein Mittelweg gewählt wird, um so trotzdem weiterhin neue Leser zu gewinnen und so wenige wie möglich zu verlieren. Für Abonnenten der Printversion ist der Onlinezugriff weiterhin gratis, für den Rest der Leserschaft nicht – nach zehn gelesenen Artikel pro Monat werden diese zur Kasse gebeten.
Einloggen, zahlen, weiterlesen
So manche User stellten sich die Frage „Wozu das Ganze?“. Die US Zeitung antwortet in ihrer FAQ folgendermaßen:„The New York Times charges for digital access so we can continue to invest in the quality journalism you know and love.“ Hier wird noch einmal die Unabdingbarkeit und im weiteren Sinne die Macht unterstrichen – als eine der beliebtesten Qualitätszeitungen in den USA ist das auch ihr gutes Recht.
Nach dem Einloggen erfolgt dann unmittelbar ein unlimitierter Zugang zu Artikel und Blog Posts, Archive, Videos, Slide Shows und anderen multimedialen Features auf der Website, auf der mobilen Version und Tablet-Apps.
Eine Zukunftsinvestition, von der letztendlich alle profitieren
Den Aufwand, den Journalisten und Redakteure für eine Story, deren Recherche, Interviews, Transkription und weitere Arbeitsschritte, die zur Vollendung eines Artikels führen sollen, treiben, fordert oftmals eine Menge Zeit. Zeit ist Geld.
Um einen Abbau von Redaktionsstellen entgegenzuwirken und dem Journalismus – der wohl weiterhin in eine ungewisse Zeit blicken wird – weiterhin zu fördern, ist es legitim, auf solche Weise Geld zu verlangen. Schließlich möchte kein Arbeitnehmer für das halbe Gehalt oder gar umsonst arbeiten, nicht wahr?



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