Wer kennt das nicht? Man sucht sich im Internet eine schicke neue Ledertasche, und die passenden Schuhe dazu dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ach ja: Schauen wir auch noch schnell, wie viel ein Flug nach New York kosten würde …
… und schon scheint das Web nur noch aus Werbeanzeigen der vorher gesuchten Waren und/oder Marken zu bestehen. Auf beinah jeder Website, die man anschließend besucht sind passende Werbebanner zu finden.
Wer sich dagegen wehren will, muss sich selbst behelfen, denn ein Gesetz gegen das gezielte Tracking im World Wide Web gibt es noch nicht.
Ein Cookie ist eine Textdatei, die der Archivierung von Informationen dient. Diese Informationen werden von einem Webserver auf dem Rechner des Surfers gespeichert und beim nächsten Besuch der Webseite wieder abgerufen. Somit werden also mit den Cookies die Benutzer gekennzeichnet und kundengebundene Seiten können dadurch für ihn vorbereitet werden. Da allerdings dem Anwender nicht immer klar ist, welche Informationen gespeichert und weitergegeben werden, bringen Cookies, vor allem aber Tracking Cookies, Datenschutzprobleme und ein deutliches Missbrauchspotential mit sich.
Tracking Cookies können zusätzlich zu den eigentlichen Cookies persönliche Informationen wie Surfgewohnheiten, Interessen, aber auch Passwörter mit einer Vielzahl von anderen Webseiten teilen. Diese gesammelten Informationen nutzen Marketingfirmen als Grundlage zur Erstellung verhaltensspezifischer Profile, die wiederum an andere Firmen verkauft werden können. Ein zusätzliches Problem von Tracking Cookies neben dem des Datenschutzes ist, dass sie für gewöhnlich ohne Wissen und/oder Zustimmung der User installiert und genutzt werden.
Datenschutzproblematik
Weil Tracking Cookies immer wieder ein großes Thema im Bereich der Datenschutzproblematik sind, wird vor allem verlangt, den Gebrauch von Tracking Cookies und somit die eventuelle Weitergabe von persönlichen Daten an Drittanbietern dem User signifikanter zu verdeutlichen. Dies ist natürlich der Werbebranche ein Dorn im Auge, denn die will vom sogenannten Re-Targeting profitieren und neue Kunden erreichen. Re-Targeting ist zielgerichtete Onlinewerbung. Sobald man nach etwas Bestimmten im Internet sucht, wird man permanent mit Werbeanzeigen zu ähnlichen Themen bombardiert.
Die Werbebranche argumentiert vor allem damit, dass doch gar nicht persönliche Informationen, die speziell eine bestimmte Person betreffen, gesammelt werden. Dabei wird allerdings übersehen, dass selbst aus einer Ansammlung von allgemeinen Informationen Rückschlüsse auf bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen einer Person gezogen werden können. Außerdem besteht jederzeit die Gefahr, dass all jene Informationen durch Hackerangriffe an die Öffentlichkeit gelangen.
Mit Add-ons gegen Tracking ankämpfen
Da es noch keine Tracking Cookie-Gesetze gibt, sind die User bei der Abwehr von solchen Eingriffen auf sich selbst gestellt. Am besten und auch gleichzeitig am einfachsten kann man sich mit sogenannten Add-ons für diverse Webbrowser wehren. Auf privacychoice.org findet man nicht nur viele solcher Erweiterungen, sondern auch wichtige Informationen zur Sicherheit im Web.
- Do Not Track Plus: Diese Freeware ermöglicht das Unterbinden von Tracking in IE, Firefox, Chrome und Safari.
- TrackerBlock: Dieses Add-on funktioniert genauso wie die oben genannte, kann aber zusätzlich noch beispielsweise Flash Cookies vom Computer des Users löschen. Ein Flash Cookie ist an den Adobe Flash Player gebundenes Cookie, das eben Spuren vom Surfen im Internet auf dem Computer des Benutzers hinterlässt. Außerdem sind Flashcookies meist größer und haben eine längere Existenzdauer als normale Cookies.
- Ghostery: Diese Webbrowser Erweiterung weist auf Dienste hin, die im Hintergrund versteckt auf private Daten zugreifen und diese an Dritte übermitteln. Falls gewünscht kann man auch mit dieser Add-on die Dienste blockieren. Ghostery kann ebenfalls für alle gängigen Webbrowser, wie Internet Explorer, Firefox, Chrome, Safari und Opera heruntergeladen und installiert werden.
All diese Add-ons verdeutlichen, wie viele Drittanbieter eigentlich Zugang zu persönlichen Informationen über uns erhalten und das meist ohne bewusste Zustimmung. Obwohl diese Cookies relativ unkompliziert mit wenigen Klicks manuell wieder entfernt werden können, wird man sich nie hundertprozentig sicher sein, welche privaten Daten bereits empfangen und weitergegeben wurden und vor allem was mit diesen Informationen alles gemacht wird.



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