Twitter: das Gezwitscher der österreichischen Journalisten

Immer mehr österreichische Journalisten sind auf Twitter vertreten, Photo: screenshot

Immer mehr österreichische Journalisten sind auf Twitter vertreten, Photo: screenshot

Armin Wolf, Anita Zielina und Thomas Seifert sind nicht nur österreichische Journalisten – sie sind auch Twitterer. Mittlerweile in recht guter Gesellschaft haben sie und ihre Kollegen sich aus den beschaulichen Redaktionen herausgewagt und sind in direkten Kontakt zu ihrem Publikum getreten.

Knapp über 23.000 Follower, fast 6000 Tweets – Armin Wolf kann beachtliche Zahlen aufweisen. Im internationalen Vergleich würde er für diese Zahl der Follower (so werden Fans im Twitter-Jargon genannt) zwar belächelt werden. Zum Vergleich: die britische Journalistin Christiane Amanpour hat rund 147.000 Follower, Oprah Winfrey gar mehr als sechs Millionen. In Österreich allerdings scheint Wolf, der in seiner Funktion als Zeit im Bild 2-Moderator twittert, jedoch Mr.Twitter zu sein. Kein anderer österreichischer Twitterer kann mehr Follower aufweisen als Armin Wolf.

Exzessive Nutzer bis Geisteraccounts

Generell scheint Twitter bei den österreichischen Journalisten angekommen zu sein. Durch die Rückkoppelung mit traditionellen Medien, kommt Twitter immer mehr in das Bewusstsein der heimischen Journalisten. Allerdings ist die Art und Frequenz der Nutzung sehr unterschiedlich. Auf vielen der Accounts ist kaum bis gar keine Interaktivität zu sehen oder sind reine Geisteraccounts (Ingrid Turnher).

Das ist nach Ansicht von Gerald Bäck von Digital Affairs eines der größten Probleme. “Falsch macht man es, wenn man es gar nicht macht. Falsch macht man es außerdem, wenn man stur eigene Sachen twittert, aber nicht auf Reaktionen eingeht”, so Bäck in einem Interview mit derstandard.at.
Verfasserin des Artikels ist übrigens die Twitter-Nutzerin Anita Zielina, die mit dem Artikel ‚Wieso Journalisten Twitter nutzen sollten’  ihre Kollegen von der Nutzung des Social Networks zu überzeugen versucht.

Kontakte, Recherche & Feedback

Zielina sieht Twitter als Verbreitungskanal, Recherchetool und Kontaktpool. Im Mittelpunkt steht daher immer das

Twitter bietet den Journalisten eine Reihe neue Möglichkeiten, Photo: screenshot

journalistische Medium und der Kontakt mit dem Publikum. Laut einem Interview mit dem Ö1-Journal ‚Moment – Leben heute’ hat auch Armin Wolf aus dem Grund zu twittern begonnen, um für seine Nachrichtensendung Zeit im Bild 2 Werbung zu machen. Vor allem die Kommunikation mit dem Followern ist für Wolf von Bedeutung, da er so mitbekommt, wie den Zuschauern seine Sendung gefällt und welche Themen welche Reaktionen hervorrufen.

Auch Alan Rusbridger, der Chefredakteur des Guardian, sieht laut dem JournalismusBlog, Twitter als Vetriebsform von Ideen und Inhalten, als Recherechetool und als Suchmaschine für relevante und neue Inhalte (siehe Twitter Trends). Eine weitere wichtige Möglichkeit die sich laut Rusbridger den Journalisten bietet, ist die Interaktivität. Jeder kann zu Wort kommen und sich direkt mit dem Journalist in Verbindung setzen.

Twitter als Marketinginstrument

Aber auch das Thema Marketing, welches mit Twitter betrieben werden kann, ist für die Journalisten von Bedeutung. Sowohl das Medium als auch die Person des Journalisten selbst kann dadurch an Bekanntheit gewinnen.
Aufmerksame Leser haben so auch in den rund 6.000 Tweets von Armin Wolf den ein oder andere Einblick in sein Leben als Privatperson erhalten. So erfährt man, dass er gerne die Fernsehserie Mad Men schaut oder gegen Birkenpollen allergisch ist. Persönliche und humorvolle Tweets können so die Sympathiewerte eines Journalisten in die Höhe schnellen lassen.

Twitter ist daher ein Kanal, von dem sowohl Journalisten als auch Leser profitieren. Leser erhalten die aktuellsten News und Informationen auf ihren persönlichen News-Feed geliefert und haben obendrein noch die Chance in Kontakt mit den Journalisten zu treten. Die Journalisten können auf ihre Medien und Artikel aufmerksam machen, recherchieren und Sympathiewerte aufbauen. Alles was sie dafür tun müssen, ist zu twittern und mit dem Publikum zu kommunizieren.

Wie das richtig geht, zeigt uns Mr. Twitter Armin Wolf in einem  Vortrag im Oktober 2009 in Innsbruck/Igls anläßlich des 2. Ecoregio-Symposiums.