Wikileaks: Demokratie oder Gefährdung?


Wikileaks to publish State Department Cables? von msnbc.com

Für die einen ist er der Verfechter der Demokratie – für die anderen eine Gefahr für die amerikanische Sicherheit. Vor allem von Seiten der US-Regierung werden die Vorwürfe laut, Assange würde mit seiner Plattform Wikileaks Soldaten und deren Angehörige in Gefahr bringen.

Am Samstag wurden auf Wikileaks 391.832 Geheimdokumente des US-Militärs zum Irakkrieg veröffentlicht. Besonders brisant sind die Opferzahlen, die bisher unbekannt waren. Den Dokumenten zufolge starben 66.081 Zivilisten während des amerikanischen Militäreinsatzes.

Inzwischen bieten bereits einige Online-Zeitungen, wie The New York Times und The Guardian ausführliche Berichte zu den so genannten War Logs. Der Spiegel veranschaulicht die veröffentlichten Daten auf einer interaktiven Karte.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Wegen der Veröffentlichung von Geheimdokumenten könnte Assange nun von der amerikanischen Justiz zur Rechenschaft gezogen werden. Ein möglicher Tatbestand ist vor allem die Verletzung des Geheimnisschutzes, des so genannten Espionage Act.

Julian Assange, Mitbegründer von wikileaks, erhöht nun die Sicherheitsvorkehrungen um seine Person. Der Süddeutschen Zeitung zufolge wechselt der 39-jährige Australier in regelmäßigen Abständen sein Handy. Grund für solche und ähnliche Sicherheitsvorkehrungen soll ein Vorfall im September sein, bei dem eine Tasche mit drei Notebooks verschwunden ist.

Wikileaks bleibt fragwürdig

Es liegt dem Selbstverständnis von Wikileaks zugrunde, sich als Verfechter der Demokratie zu sehen. Wikileaks ermöglicht es auf eine bisher nie dagewesene Art Missstände aufzuzeigen und der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Vor allem Wikileaks-Chef Assange steht für die veröffentlichten Geheimdokumente gerade und setzt einiges aufs Spiel.

Der Schutz von Informaten ist für die Plattform unerlässlich, trotzdem wurde im Mai 2010 der US-Soldat Bradley Manning, ein mutmaßlicher Informant, festgenommen. Die Anonymität der Informanten bringt allerdings auch das Problem mit sich, dass die Quellen nicht nachvollziehbar sind. Die Missbrauchgefahr ist also hoch, vor allem da “geheime Dokumente” meist nur schwierig überprüft werden können.

Wikileaks ist eine Plattform, die definitiv mit Vorsicht genossen werden sollte und die Nutzung der dort publizierten Dokumente bedarf ausführlicher Hintergrundrecherche.

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